Pilotprojekt: develoPPP.de Programm gefördert durch das BMZ | Reifenhäuser | GIZ

Digital rückverfolgbare Mulchfolie für die chinesische Landwirtschaft

Mulchfolien werden in der Landwirtschaft in großem Umfang eingesetzt, um bis zu 30 % Wasser zu sparen, die Bodentemperatur zu regulieren und letztlich die Ernteerträge um durchschnittlich 30 % zu steigern. Gerade im dicht besiedelten China muss die Landwirtschaft Höchstleistungen erbringen, um die Menschen mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgen zu können. Jährlich werden in China rund 1,4 Millionen Tonnen Mulchfolien ausgebracht – das sind etwa 74 % des weltweiten Verbrauchs. Dabei ist es wichtig, so ökologisch wie möglich zu handeln.

Ein Problem besteht darin, dass das Sammeln, insbesondere das manuelle Sammeln gebrauchter Mulchfolien, sehr arbeitsintensiv und zeitaufwändig ist, während ein Großteil der Mulchfolien in kleinere Stücke zerfällt und auf dem Feld entsorgt wird, wodurch die Umwelt verschmutzt wird. Im Rahmen des develoPPP.de-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben der Folien-Extrusionsmaschinen-Hersteller Reifenhäuser und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Pilotprojekt zur Etablierung eines Systems zur Vermeidung von Bodenverschmutzung durch Mulchfolienreste in China gestartet. In diesem Pilotprojekt wird die Rückführung von Mulchfolien mit Hilfe von digitalen Produktpässen und QR-Codes sichergestellt.

Dafür wurden im Forschungs- und Entwicklungstechnikum von Reifenhäuser am Stammsitz in Troisdorf (Deutschland) rund 180.000 Quadratmeter PE-Mulchfolie produziert und inline mit einem QR-Code gekennzeichnet. Gleichzeitig wurden die recyclingrelevanten Produktionsdaten automatisch über die Datenplattform R-Cycle in einem digitalen Produktpass erfasst, der über den QR-Code auf der Folie entsprechend abrufbar ist. So kann nach dem Einsatz der Folien anhand der gespeicherten Daten genau nachverfolgt und bilanziert werden, ob die eingesetzte Menge auch wieder eingesammelt wurde, so dass ein geschlossener Kreislauf über den gesamten Lebenszyklus entsteht.

Mit Hilfe lokaler Organisationen wurde die Folie im Oktober 2021 auf einem Versuchsfeld in China ausgelegt, um sie unter realen Bedingungen zu testen. Im nächsten Frühjahr 2022 soll dann nachgewiesen werden, dass die Markierung den Witterungseinflüssen standhält und dass die Folie nach dem Einsatz auf dem Feld leicht zu identifizieren ist.

„Die Kennzeichnung und Rückverfolgung von Mulchfolien ist eine wirksame und einfach zu handhabende Maßnahme, um die Sammel- und Recyclingquote von Mulchfolien zu verbessern und die Umweltauswirkungen von Mulchfolienabfällen zu minimieren. So können wir Anreiz- oder sogar Kontrollsysteme einrichten, um die Rückführung der Folien wirksam sicherzustellen. Darüber hinaus ermöglicht es ein hochwertiges Recycling der Folien, da die erfassten Daten genaue Informationen über die Inhaltsstoffe enthalten“, erklärt Jingyue Hou, Projektmanagerin im Team Umwelt und Kreislaufwirtschaft der GIZ China.

In einem nächsten Schritt werden die digital rückverfolgbare Mulchfolie und das Rückverfolgungssystem über R-Cycle in der Provinz Gansu in China für die Maisproduktion demonstriert. Reifenhäuser und die GIZ werden gemeinsam die weitere technische Roadmap für das Recycling der smarten PE-Mulchfolien erarbeiten.

Insgesamt 180.000 Quadratmeter rückverfolgbare Mulchfolie wurden im Reifenhäuser-Technikum in Troisdorf (Deutschland) produziert und nach China geliefert.

Bild: GIZ

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